Im Hinblick auf eine mögliche Evaluation von
präventiven Massnahmen ist die Erkennung und das Erfassen der Epidemiologie
von Krebserkrankungen - insbesondere auch unter Berücksichtigung regionaler
Besonderheiten - von ausserordentlicher Wichtigkeit, damit das Interesse der
Bevölkerung des Kantons gewahrt werden kann.
Um mehr über Krebserkrankungen
erfahren zu können und die Dimension, was Krebserkrankungen sind, wie sie biologisch
und genetisch sich entwickeln ("das wer, wann und wo" von
Krebserkrankungen; deskriptive Epidemiologie) und um allgemeine Determinanten
von Krebserkrankungen zu verstehen, muss ein Krebsregister kantonal in
adäquater Weise geführt werden können, um unser regionales Wissen um
Krebserkrankungen und auch unser Verständnis der hier relevanten
Krebserkrankungen auszubauen und im Kontext mit bundesweiten Gegebenheiten,
aber auch auf internationaler Ebene zu evaluieren und zu harmonisieren.
Von fundamentalem Interesse der Krebs-Epidemiologie sind
Häufigkeit und Verteilung von verschiedenen Krebserkrankungen innerhalb der
Population, die Klassifikation der Krebserkrankungen, Biologie von normalen
Krebszellen sowie Evaluation und Würdigung experimenteller Daten um die
Ätiologie von verschiedenen Krebserkrankungen zu determinieren. Dies auch im
Hinblick auf die zukünftig expandierende Rolle von Biomarkern in der
epidemiologischen Forschung und der Etablierung von epidemiologischen Studien
von genetischen Faktoren. Des weiteren müssen Risikofaktoren erkannt und
eliminiert werden können, damit zukünftig die Inzidenz verschiedener
Krebserkrankungen günstig beeinflusst werden kann.
Das Kantonale Krebsregister
Graubünden wurde 1989 ins Leben gerufen. Seither konnten die Krebserkrankungen
in sämtlichen Regionen des Kantons GR registriert werden. Die erfassten Daten
wurden regelmässig zuhanden des VSKR gepoolt und statistisch ausgewertet. Von
Beginn weg dienten die Daten als Basis für wissenschaftliche Arbeiten und konnten
- insbesondere in den letzten Monaten - in internationale Studien einfliessen.